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Leitfähigkeitsuntersuchungen Inhaltsverzeichnis1. Einleitung 2. Strom/Spannungswandler
2.1 Funktion der Schaltung 3. Versuche
3.1 Allgemeiner Versuchsaufbau 1. EinleitungIn der Oberstufe der Gymnasien und Gesamtschulen wird im Themenbereich Elektrochemie u.a. die elektrische Leitfähigkeit von Elektrolytlösungen behandelt. Dabei wird vor allem untersucht, wie ihre Leitfähigkeit von der Konzentration, der Temperatur und der Art des Elektrolyten abhängt. Die dazu durchgeführten Versuche erfordern einen erheblichen Aufwand, da sie mit längeren Verdünnungsreihen verbunden sind. Außerdem muss man die Messwerte meist von Hand in Diagramme oder in den Computer eingeben. Man spart somit viel Zeit, wenn man die Messkurven mit einem x/t-Schreiber oder mit dem Messwertaufnehmer eines Computers direkt aufzeichnet und sie dann anschließend auswertet. Zu diesem Zweck werden im Handel diverse Leitfähigkeitsmessgeräte angeboten. Will man jedoch mehrere Schülerarbeitsplätze mit solchen Geräten ausstatten, so übersteigt das sehr schnell den Etat jeder Schule, wobei die benötigten Computer schon fast billiger sind als die Leitfähigkeitsmessgeräte. Die kleine im folgenden vorgestellte Schaltung erfüllt den gleichen Zweck, wenn auch die Handhabung vielleicht nicht ganz so elegant ist wie bei Komplettgeräten. Dafür ist sie jedoch viel preiswerter. Besteht ferner an der Schule eine Elektronik-AG, so sind die Schüler meist hellauf begeistert, wenn sie die Schaltung quasi in Serienproduktion bauen dürfen, da sie danach ein sinnvolles Produkt in Händen halten, dass sie dann später im Chemieunterricht ihren Mitschülerinnen und Mitschülern stolz präsentieren und vorführen können. Stolberg im März 2000 2. Strom/Spannungswandler2.1 Funktion der SchaltungDamit die Schaltung ihren Zweck erfüllen kann, muss man drei Punkte beachten:
Man benötigt also eine Elektronik, die einen Wechselstrom zunächst in eine Wechselspannung und anschließend in eine zu ihr proportionale Gleichspannung umwandelt. Das gelingt mit der in Abb. 1 dargestellten Schaltung.
Um eine genügend gute Proportionalität zwischen dem Wechselstrom und der Gleichspannung zu gewährleisten, wird die am Messwiderstand anfallende kleine Wechselspannung zunächst mit einem Transistor verstärkt und dann mit einer Diode gleichgerichtet. Die Verstärkung wurde so eingestellt, dass in jedem Strommessbereich bei Vollauslastung eine Gleichspannung von ca. 2 V anfällt. Mit Hilfe des Potentiometers lässt sich die vom Schreiber aufgezeichnete Spannung dann von 0 - 2 V beliebig variieren. Über vier verschiedene Messwiderstände können die am häufigsten benötigten Strommessbereiche 0,001 A, 0,01 A, 0,1 A und 1 A angewählt werden. Mit anderen Messwiderstände kann man jedoch auch andere Messbereiche einstellen. Umgeschaltet wird zwischen den Bereichen über einen Drehschalter mit vier Schaltkontakten. Die Zenerdiode dient lediglich zum Schutz des Transistors vor zu hohen Spannungen, die beim Umschalten der Messbereiche kurzzeitig auftreten können. Als Spannungsquelle für die Schaltung dient eine 9 V Blockbatterie. Ein kleiner Mikroschalter erlaubt das Ein und Ausschalten des Wandlers, damit die Batterie nicht unnötig belastet wird, wenn auch der benötigte Strom insgesamt sehr gering ist. 2.2 Aufbau der SchaltungSchneiden Sie sich zunächst die Platine mit einer kleinen Metallsäge auf die in Abb. 2 angegebenen Maße zurecht. Dann verlöten Sie die Bauteile nach dem Verschaltungsplan der Abb. 3.
Dabei entspricht die Bahn Nr. 1 der 5. Bahn von oben auf der Platine. Beim Verlöten sollten Sie folgende Punkte beachten:
Die Löcher für die am Gehäuse befestigten Teile können Sie mit einem Holzbohrer in die Frontseite des Gehäusedeckels bohren, das Loch für den Ein/Aus-Schalter in die rechte Seite des Deckels. Beachten Sie dabei die Vorgaben in Abb.5.
Anschließend verschrauben Sie das Potentiometer, den Stufenschalter, die vier Buchsen und den Ein/Aus-Schalter im Deckel. Vorher sollten Sie jedoch den Sperrring des Stufenschalters so einstellen, dass nur die Bereiche 1-4 des Schalters angewählt werden können. Außerdem müssen Sie sich für den Haltepin des Stufenschalters auf der Innenseite des Gehäusedeckels ein kleines Loch anbohren und die Achsen des Potentiometers und des Stufenschalters auf eine Länge von ca. 1 cm kürzen, damit die Messgeräteknöpfe passen. Setzen Sie danach die fertig verlötete Platine in den Boden des Gehäuses ein und befestigen Sie sie mit drei kleinen Holzschrauben. Verlöten Sie die Kabel der Platine mit den entsprechenden Anschlüssen der Bauteile. Achten Sie darauf, dass Sie keine Kabel vertauschen. Zum Schluss verbinden Sie das Pluspolkabel des Batterieclips noch mit dem Eingang des Ein/Aus-Schalters, verlegen ein Kabel von der Mitte des Potis zur roten Buchse und verlöten, richtig gepolt, parallel zum Ausgang des Gerätes an die rote und die schwarze Buchse den 4,7 μF Kondensator. Alle Kabel sollten eine Länge von ca. 5 cm haben, damit Sie bei einem Defekt das Gehäuse problemlos wieder öffnen können. Als Stromquelle dient eine 9 V Blockbatterie. Bevor Sie das fertige Gerät einsetzen können, müssen Sie es eichen. Beschriften Sie dazu zunächst die Stellungen 1 - 4 des Stufenschalters auf dem Gehäuse mit den Aufschriften 1 A, 0,1 A, 0,01 A bzw. 0,001 A. Anschließend bauen Sie die Schaltung in Abb. 6 auf. Mit Hilfe eines Widerstandes von 1 kΩ und einer Wechselspannung von ca. 5 V erzeugen Sie damit einen Eichstrom von 0,005 A. Der Stufenschalter muss dabei in der Stellung 0,01 A stehen. Drehen Sie das Potentiometer voll auf, so muss das hochohmige Gleichspannungsvoltmeter in Abb. 6 eine Spannung zwischen 1 V und 1,5 V anzeigen. Sollte die Spannung kleiner als 1 V sein, so ersetzen Sie auf der Platine den 150 kΩ Widerstand durch einen 220 kΩ Widerstand, da die Verstärkung des Transistors zu klein ist. Ist sie größer als 1,5 V, so verwenden Sie statt der 150 kΩ einen
Widerstand von 100 kΩ. Sie können den 150 kΩ Widerstand auch gegen ein Trimmpoti von 470 kΩ austauschen, an dem Sie dann den Verstärkungsfaktor des Transistors beliebig einstellen können. Das ist aber aus Platzmangel nicht unbedingt empfehlenswert. Danach müssen Sie noch den Ausgang des Wandlers eichen. Benutzen Sie auch dazu die Schaltung in Abb. 6. Ersetzen Sie das Voltmeter durch einen Schreiber, dessen Messbereich auf 1 V bei Vollausschlag eingestellt ist. Stellen Sie das Potentiometer nun so ein, dass die am Schreiber angezeigte Spannung 0,25 V, 0,5 V bzw. 1 V beträgt. Die betreffenden Stellungen des Potentiometers werden auf dem Gehäuse markiert und mit den Aufschriften x0,5, x1 bzw. x2 versehen. Die Eichung kann in einem anderen Messbereich, z. B. 0,001 A wiederholt werden, wobei man einen Eichstrom von 0,5 mA benötigt. In aller Regel genügt aber die Eichung in einem Messbereich, da das Gerät in allen Messbereichen über die Messwiderstände mit gleichen Wechselspannungen angesteuert wird und die Messwiderstände nur eine geringe Toleranz aufweisen. 2.3 BauteileIn der folgenden Tabelle habe ich die Bauteile zusammengestellt, die man für ein Exemplar der Schaltung benötigt. Sie sind z. B. im Versandhandel bei der Firma Conrad-Electronic oder in jedem Elektronikladen erhältlich, da es sich durchweg um gängige Elektronikbauteile handelt. Der Preis pro Exemplar beläuft sich auf ca. 20 Euro. Benötigte Bauteile: 1 Widerstand 10 kΩ /0,25 W * Falls Sie in einem Elektronikladen einen 0,1 Ω/1 W Widerstand erhalten können, ist der aus Platzgründen natürlich noch besser geeignet. Er sollte allerdings maximal eine Toleranz von 5% aufweisen, optimal sind 1%. 3. Versuche3.1 Allgemeiner VersuchsaufbauDie in allen Versuchen benötigte Messschaltung zeigt Abb.7.
Der Wandler wird also wie ein normales Amperemeter in den Stromkreis eingebaut. Sie können bei allen Versuchen zusätzlich noch ein Amperemeter mit großer Anzeige in den Stromkreis schalten, so dass die Schüler die Aufnahme der Messkurve besser verfolgen können. Wie aus der Abb.7 zu entnehmen ist, benötigt man außer dem Wandler und einem Schreiber bzw. Computer noch folgende Geräte:
Diese Geräte sollten eigentlich in jeder Chemiesammlung zu finden sein. Statt eines Magnetrührers können sie natürlich auch einen mit Pressluft betriebenen Rührer benutzen. Er sollte nur gewährleisten, dass die Elektroden beim Rühren stets ganz umspült werden. 3.2 Konzentrationsabhängigkeit der LeitfähigkeitFür die Versuche dieses Kapitels braucht man zusätzlich zu den Geräten für die allgemeine Messanordnung aus Kapitel 3.1 noch eine Bürette. Man geht wie folgt vor. Zunächst baut man die Schaltung nach Abb. 7 auf. Die Elektroden sollten einen Abstand von 3-4 cm haben, was man am besten dadurch erreicht, dass man zwischen sie einen kleinen Styroporklotz klemmt. Dann füllt man die Bürette mit der Titerlösung und stellt die Tropfzahl so ein, dass in etwa 10-15 s 1 ml Lösung ausläuft. Die Bürette wird dann mit einem Stopfen verschlossen. Man pipettiert die Elektrolytlösung ins Becherglas, bringt die Bürette mit dem Ausfluss über das Becherglas, wählt den passenden Messbereich am Wandler, schaltet den Rührer, die Spannungsquelle und den Schreiber bzw. Computer ein und entfernt aus der Bürette den Stopfen. Nach Zufluss der gewünschten Titermenge schließt man den Hahn der Bürette, lässt den Schreiber noch kurz laufen und stoppt dann den Papiervorschub. Der Schreiber/Computer sollte bei allen Versuchen wie folgt eingestellt sein:
Am Computer muss man die Spannungs- und Zeitmessbereiche entsprechend wählen. Die Menge der titrierten Lösung sollte so bemessen sein, dass man maximal 10 ml Titerlösung benötigt, da sonst die Tropfzahl der Bürette während der Messung wegen des sinkenden Flüssigkeitsstandes nicht genügend konstant bleibt, es sei denn, man nennt eine Steady-flow-Bürette sein eigen. In der beschriebenen Art und Weise wurden die folgenden Versuche durchgeführt. Die wiedergegebenen Kurven entsprechen den Originalschreiberkurven, die ich mit einem Scanner eingelesen habe. Der besseren Übersichtlichkeit wegen habe ich sie lediglich mit Hilfe eines Grafikprogramms jeweils mit einem neuen Koordinatensystem versehen, da die Kurven beim Aufnehmen mit einem Schreiber meist nicht exakt auf einer Zeitlinie des Papiers beginnen. So genau kann man nämlich die Zugabe des Titers und den Start des Schreibers nur sehr schwer steuern. Ferner habe ich die Zeitachse bei den Kurven über die Konzentrationsuntersuchungen und die Leitfähigkeitstitrationen gleich in chemisch sinnvollere Volumenabschnitte unterteilt. Mit dem neuen Koordinatensystem lassen sich dann die Kurven einfacher und schneller auswerten, in dem man z.B. direkt das Volumen der zugegebenen Titermenge ablesen kann. Als Kopien eignen sich die so nachbereiteten Kurven hervorragend als Schülerübungsmaterial z.B. für Übungen oder Klausuren. Versuch 1: Abhängigkeit der Leitfähigkeit starker Elektrolyte von der Konzentration Vorlage im Becherglas: V = 500 ml destilliertes Wasser
Abb. 8: Leitfähigkeit starker Elektrolyte Auswertung: Versuch 2: Abhängigkeit der Leitfähigkeit schwacher Elektrolyte von der Konzentration Vorlage im Becherglas: V = 500 ml destilliertes Wasser
Abb. 9: Leitfähigkeit schwacher Elektrolyte Auswertung: 3.3 LeitfähigkeitstitrationenMan benutzt den gleichen Versuchsaufbau wie in Kapitel 3.2 Versuch 1: Titration von Essigsäure mit Natronlauge
Vorlage im Becherglas: V = 5 ml Essigsäure-Lösung mit c = 0,1 mol/l mit dest. Wasser auf V = 100 ml aufgefüllt
Abb.10: Titration von Essigsäure mit Natronlauge Auswertung: Versuch 2: Titration von Salzsäure mit Natronlauge
Vorlage im Becherglas: V = 5 ml Salzsäure(c, ätzend) mit c = 0,1 mol/l mit det. Wasser auf V = 100 ml aufgefüllt
Abb. 11: Titration von Salzsäure mit Natronlauge Auswertung: Versuch 3: Titration von Ba(OH)2-Lösung mit Schwefelsäure Vorlage im Becherglas: V = 5 ml
Ba(OH)2-Lösung (Xn, mindergiftig) mit c = 0,1 mol/l mit dest. Wasser
auf V = 100 ml aufgefüllt und 2-3 Tropfen Phenolphtalein
Abb. 12: Titration von Ba(OH)2-Lösung Auswertung: Auch in diesem Falle sollte man zusätzlich ein Amperemeter einbauen, damit deutlich wird, dass die Leitfähigkeit am Äquivalenzpunkt tatsächlich auf Null sinkt. Dieser Versuch eignet sich besonders gut, um die Vorgänge zu klären, die sich bei einer Neutralisation abspielen. Zugleich wird die Bedeutung eines Indikators für die Titration aufgezeigt. Versuch 4: Titration einer Mischung aus Salzsäure und Essigsäure mit Natronlauge Vorlage im Becherglas: V = 2,5 ml Essigsäurelösung und V
= 2,5 ml Salzsäurelösung (c, ätzend) jeweils mit c = 0,1 mol/l mit dest.
Wasser auf V = 100 ml aufgefüllt
Abb. 13: Titration von Salzsäure/Essigsäure Auswertung: Versuch 5: Titration von Oxalsäure mit Natronlauge Vorlage im Becherglas: V = 2,5 ml Oxalsäurelösung (c, ätzend)
mit c = 0,1 mol/l mit dest. Wasser auf V = 100 ml aufgefüllt.
Abb. 14: Titration von Oxalsäure mit Natronlauge Auswertung: Die bisher vorgestellten Versuche demonstrierten mehr die grundlegenden chemischen Vorgänge, die sich bei Leitfähigkeitstitrationen abspielen. Diese Titrationsart hat jedoch auch einen praktischen Nutzen. Sie wird dann eingesetzt, wenn sich der Äquivalenzpunkt mit Hilfe eines Indikators nur schlecht erkennen lässt, weil entweder die titrierte Lösung selbst intensiv gefärbt ist oder der Umschlag des benötigten Indikators nicht besonders deutlich ausfällt. Hier bieten sich zwei klassische Beispiele aus der Lebensmittelchemie an:
Versuch 6: Bestimmung des Säuregehaltes von Cola Vorlage im Becherglas: V = 100 ml Cola
Abb. 15: Bestimmung des Säuregehaltes von Cola Auswertung: Versuch 7: Bestimmung des Hydrogencarbonatgehaltes von Sprudel Vorlage im Becherglas: 20 ml Gerolsteiner Sprudel mit
dest.
Wasser auf V = 100 ml aufgefüllt
Abb. 16: Bestimmung des Hydrogencarbonatgehaltes Auswertung: 3.4 Reaktionskinetische UntersuchungenFür die Versuche zur Reaktionskinetik benötigt man den allgemeinen Versuchsaufbau, der in Kapitel 3.1 vorgestellt wurde. Eine Bürette ist nicht unbedingt erforderlich, da man die zweite Reaktionslösung auch mit einem Messzylinder oder einer Pipette abmessen und der Vorlage zusetzen kann. Versuch 1: Verseifung von Essigsäureethylester mit Natronlauge Vorlage im Becherglas: 25 ml NaOH mit
mit c = 0,1 mol/l mit dest. Wasser auf V = 100 ml aufgefüllt
Abb. 17: Verseifung von Essigsäureethylester Auswertung:
Tabelle 1: Verseifung von Essigsäureethylester Aus der Tabelle geht hervor, dass die Geschwindigkeit proportional zum Quadrat der noch vorhandenen Natronlauge oder besser proportional zur Konzentration der Natronlauge und des Esters ist. Insgesamt liegt also eine Reaktion zweiter Ordnung vor. Die Reaktionsgeschwindigkeit wird offenbar bestimmt vom ersten Reaktionsschritt, indem ein OH--Ion und ein Estermolekül zusammenstoßen. Das gebildete Zwischenion zerfällt dann schnell in zwei Teile. Der erste Schritt ist erschwert, da das OH--Ion das relativ unpolare Estermolekül in der Mitte angreifen muss. Versuch 2: Verseifung von tert. Butylbromid mit Wasser Vorlage im Becherglas: 60 ml Wasser und 40 ml Aceton
Abb. 18: Verseifung von tert. Butylbromid mit Wasser Auswertung:
Tabelle 2: Verseifung von tert. Butylbromid Aus der Tabelle ergibt sich, dass die Reaktionsgeschwindigkeit proportional zur noch vorhandenen Konzentration an tert. Butylbromid ist. Es liegt also eine Reaktion 1. Ordnung vor. Die Reaktion muss folglich in zwei Teilschritten ablaufen. Im ersten geschwindigkeitsbestimmenden Schritt zerfällt das tert. Butylbromid in ein Carbeniumion und ein Br--Ion. In einem zweiten Schritt reagiert dann das gebildete Carbeniumion relativ schnell mit einem Wassermolekül, wobei anschließend aus dem entstandenen Zwischenion ein H+-Ion abgespalten wird. Der erste Reaktionsschritt ist behindert, da Brom nicht so sehr viel elektronegativer ist als Kohlenstoff. Es kann also nicht so einfach als Ion abgespalten werden. Andererseits ist das gebildete Carbeniumion durch einen +I-Effekt der Methylgruppen stabilisiert, so dass die Abspaltung des Br--Ions dennoch möglich wird. Versuch 3: Reaktion eines Ionenaustauschers mit NaOH Vorlage im Becherglas: 100 ml Natronlauge mit c = 0,02 mol/l
Abb. 19: Reaktion eines Ionenaustauscher Auswertung:
Tabelle 3: Reaktion eines Ionenaustauschers Aus der Tabelle kann man ablesen, dass die Reaktionsgeschwindigkeit proportional zur noch vorhandenen Konzentration der Natronlauge ist. Es liegt also bezogen auf die Natronlauge eine Reaktion 1. Ordnung vor. Möglicherweise ist der Ionenaustauscher im Überschuss vorhanden, so dass seine Konzentration nicht ins Geschwindigkeitsgesetz eingeht. In diesem Falle wäre also die Anlagerung des OH--Ions geschwindigkeitsbestimmend. 3.5 Bestimmung des Löslichkeitsproduktes von SalzenMan verwendet den Versuchsaufbau
nach Abb. 7 aus Kapitel 3.1. Die Messkurven habe ich nachträglich mit einem
chemisch sinnvollen Koordinatensystem versehen. Dabei habe ich angenommen, dass
in dem betrachteten Konzentrationsintervall die Leitfähigkeit noch proportional
zur Salzkonzentration ist. Der dabei begangene Fehler kann jedenfalls nur gering
sein (vgl. jeweils Abb. 8 aus Kapitel 3.2). Versuch 1: Bestimmung des Löslichkeitsproduktes von CaSO4*2H2O Vorlage: 200 ml dest. Wasser
Abb. 20: Löslichkeitsprodukt von CaSO4*2H2O Auswertung: [CaSO4] = 0,0126 mol/l. Daraus folgt: [Ca2+] = [SO42-] = 0,0126 mol/l L = [Ca2+]*[SO42-] = 1,59*10-4 (mol/l)2 PL = -log(L) = 3,8. Die Angaben in Büchern schwanken zwischen 3,8 und 4,7. Solche Unterschiede in den pL-Werten sind in der Literatur häufig zu beobachten. Versuch 2: Bestimmung des Löslichkeitsproduktes von Ag2SO4 Vorlage: 200 ml dest. Wasser
Abb. 21: Löslichkeitsprodukt von Ag2SO4 Auswertung: [Ag2SO4] = 0,024 mol/l. Daraus folgt: [SO42-] = 0,024 mol/l [Ag+] = 0,048 mol/l L = [Ag+]2*[SO42-] = 5,53*10-5 (mol/l)3 PL = -log(L) = 4,3. In der Literatur findet man pL = 4,1. Versuch 3: Bestimmung des Löslichkeitsproduktes von PbCl2 Vorlage: 200 ml dest. Wasser
Abb. 22: Löslichkeitsprodukt von PbCl2 Auswertung: [PbCl2] = 0,027 mol/l. Daraus folgt: [Pb2+] = 0,027 mol/l [Cl-] = 0,054 mol/l L = [Pb2+]*[Cl-]2 = 7,87*10-5 (mol/l)3 PL = -log(L) = 4,1. Die Literaturangaben schwanken zwischen 3,8 und 4,8. Eine mögliche Erklärung für diese Unstimmigkeiten könnte die Temperatur sein. Denn sie ist nicht immer mit angegeben. Und Salze lösen sich bei verschiedenen Temperaturen nun mal verschieden gut. Außerdem müsste man, um gemäß der Theorie exakte Werte zu erhalten, statt der Konzentrationen die Aktivitäten ins Löslichkeitsprodukt einsetzen. Versuch 4: Bestimmung des Löslichkeitsproduktes von PbI2 Vorlage: 200 ml bzw. 500 ml dest. Wasser
Abb. 23: Löslichkeitsprodukt von PbI2 Auswertung: [PbI2] = 0,00145 mol/l. Daraus folgt: [Pb2+] = 0,00145 mol/l [I-] = 0,0029 mol/l L = [Pb2+]*[I-]2 = 1,22*10-8 (mol/l)3 PL = -log(L) = 7,9. Der Literaturwert beträgt ebenfalls 7,9. 3.6 Temperaturabhängigkeit der LeitfähigkeitZusätzlich zu den Geräten, die in Kapitel 3.1 bereits aufgeführt wurden, benötigt man für diesen Versuch noch einen kleinen Tauchsieder mit einer Leistung von P = 300 W und ein elektrisches Thermometer mit 0,1 °C Genauigkeit. Beide tauchen gemäß Abb.7 zusammen mit den Elektroden in ein Becherglas mit dem Volumen 1 l ein, das mit V = 500 ml Kaliumchloridlösung gefüllt ist. Versuch: Temperaturabhängigkeit der Leitfähigkeit Vorlage im Becherglas: V = 500 ml KCl-Lösung mit c = 0,01 mol/l
Abb. 24: Temperaturabhängigkeit der Leitfähigkeit Auswertung: |