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Gleichrichter/ 1. Einleitung 2. Physikalische Grundlagen 2.1 Theorie 3. Anwendungen 4. Literatur 1. Einleitung Wechsel- und Gleichstrom sind zwei Stromarten mit sehr unter-schiedlichen Eigenschaften. Wechselstrom erzeugt man mit Generatoren, Gleichstrom mit Batterien oder Solarzellen. Normale Glühlampen, Energiesparlampen und Motoren können prinzipiell mit beiden Stromarten betrieben werden, elektronische Geräte und moderne Leuchtmittel mit LED’s dagegen nur mit Gleichstrom. Als vor rund 100 Jahren Edison, Westinghouse und Tesla eine flächendeckende Stromversorgung aufbauen wollten, entbrannte ein regelrechter Stromkrieg um beide Stromarten. Edison favorisierte den Gleichstrom, Westingshouse und Tesla den Wechselstrom. Dass sich dabei der Wechselstrom durchsetzte, liegt daran, dass er sich transformieren lässt und daher verlustärmer über größere Strecken transportiert werden kann. Heute sind in allen Staaten Wechselstromnetze in Betrieb. Aber der Gleichstrom holt in letzter Zeit auf, da die Fotovoltaik und die LED-Beleuchtungstechnik immer mehr an Bedeutung gewinnen, ganz zu schweigen von der zunehmenden Verbreitung elektronischer Geräte. Außerdem zeigte das Wechselstromnetz im Laufe der Zeit Schwächen. Sind die Leitungen mehrere tausend Kilometer lang, so steigen die Verluste überproportional an, da sie wie Antennen wirken und damit Energie in Form elektromagnetischer Wellen abstrahlen. Bei Gleichstrom treten dagegen nur Ohmsche Verluste auf, unabhängig von der Leitungslänge. Daher wird Strom heute über größere Entfernungen, z.B. in China zwischen den Kraftwerken im Westen und den Industriezentren im Osten, zwischen Skandinavien und Mitteleuropa und in Zukunft auch zwischen der Sahara und Europa, als Gleichstrom übertragen. HGÜ, Hochspannungsgleichstromübertragung heißt das Zauberwort. Dabei wird der Wechselstrom aus den Kraftwerken zunächst in Gleichstrom umgewandelt, dann durch die langen Leitungen geschickt und vor Ort wieder in Wechselstrom zurückverwandelt, weil die Stromnetze in den Haushalten für Wechselstrom ausgelegt sind. Geräte, die Wechselstrom in Gleichstrom verwandeln, heißen Gleichrichter. Wechselrichter dagegen erzeugen aus Gleichstrom Wechselstrom. Ihre Bedeutung nimmt immer mehr zu, vor allem auch, weil die Solarzellen in Zukunft erheblich zur Stromversorgung beitragen sollen. Grund genug, sich auch in der Schule mit der Thematik zu befassen. Stolberg, im April 2010 2. Physikalische Grundlagen 2.1 Theorie 2.1.1 Gleichrichter Gleichrichter wandeln Wechselspannung (s. Abb.1) in Gleichspannung um. Das Herzstück jedes Gleichrichters ist ein Bauteil, das Strom nur in einer Richtung durchlässt, also eine der beiden Halbwellen der Wechselspannung sperrt. In modernen Gleichrichtern verwendet man fast ausschließlich Halbleiterdioden. Sie haben die Röhrengleichrichter praktisch vollständig verdrängt. Die einfachste denkbare Schaltung für einen solchen Gleichrichter zeigt Abb.2.
Man spricht von einem Einweggleichrichter, da nur eine Halbwelle der Wechselspannung ausgenutzt wird. Liegt am oberen Pol der Wechselspannungsquelle der Pluspol an, in Abb.2 rot eingezeichnet, so leitet die Diode D, im anderen Falle sperrt sie. Am Verbraucherwiderstand R entsteht eine pulsierende Gleichspannung (s. Abb.3), die durch den Kondensator C mehr oder weniger geglättet wird. Leitet die Diode, so lädt sich der Kondensator auf und durch den Lastwiderstand fließt Strom. Sperrt die Diode, so entlädt sich der Kondensator über den Widerstand R und hält so den Strom durch den Widerstand mehr oder weniger aufrecht. Die Gleichspannung ist je nach Größe des Verbraucherwiderstandes R und des Kondensators C mehr oder weniger konstant. Hat der Verbraucher einen sehr hohen Innenwiderstand, fließt also nur wenig Strom, so besitzt die Gleichspannung einen Wert, der der Amplitude der Wechselspannung entspricht, in Abb.3 als grüne Linie eingezeichnet. In der Praxis ist sie fast immer kleiner wie in Kapitel 2.2.1 experimentell gezeigt wird. Einweggleichrichter werden häufig als Demodulatoren in Empfangsschaltungen der Kommunikationstechnik eingesetzt. Darin wird die benötigte Leistung durch einen nach geschalteten Verstärker erreicht (vgl. A. Reichert: Radiosender/Radioempfänger).
Moderne Gleichrichter nutzen durch geschickten Einsatz von vier Dioden beide Halbwellen aus. So erhält man einen Zweiweggleichrichter. Abb.4 zeigt den grundsätzlichen Aufbau.
Liegt am oberen Pol der Wechselspannungsquelle der Pluspol an, so leiten die Abb.4 rot eingezeichneten Dioden, im anderen Fall die grün gekennzeichneten. Am Ausgang entsteht ohne Kondensator eine pulsierende Gleichspannung gemäß Abb.5, die mit Hilfe eines Kondensators mehr oder weniger geglättet werden kann. Da die Wechselspannungsquelle in beiden Halbwellen Strom liefert, kann der Kondensator bei gleicher Belastung kleiner ausgelegt werden wie beim Einweggleichrichter. Die maximal abgreifbare Gleichspannung entspricht theoretisch auch in diesem Falle der Amplitude der Wechselspannung, in Abb.5 als grüne Linie zu erkennen. In der Realität ist sie stets kleiner, wie in Kapitel 2.2.2 experimentell demonstriert wird. Zweiweggleichrichter finden Verwendung in vielen Netzteilen für elektronische Kleingeräte.
Kombiniert man zwei Dioden und zwei Kondensatoren in besonderer Weise, so erhält man einen Kaskadengleichrichter. Bei ihm ist die Ausgangsspannung größer als die Amplitude der eingespeisten Wechselspannung, im Idealfall gleich der doppelten Amplitude. Abb.6 zeigt den Schaltplan, Abb.7 die Ausgangsspannung. Besitzt die Wechselspannung die in Abb.6 rot eingezeichnete Polung, so leitet die Diode D1 und der Kondensator C1 lädt sich auf die Amplitude der Wechselspannung auf. Diode D2 sperrt. Kondensator C2 hält den Strom durch den Widerstand R aufrecht. In der zweiten Halbwelle ist die Wechselspannung anders herum gepolt. Diode D1 sperrt, dafür leitet Diode D2. Der Kondensator C2 wird auf die doppelte Amplitude der Wechselspannung aufgeladen, da der Kondensator C1 als zusätzliche Gleichspannungsquelle wirkt, die mit der Wechselspannungsquelle in Reihe geschaltet ist. Zumindest ist das rein theoretisch so. Denn in Wirklichkeit gibt Kondensator C1 nicht seine gesamte Ladung an Kondensator C2 ab, da beide in Reihe geschaltet sind und sich daher die Ladung des Kondensators C1 je nach Kapazität auf beide aufteilt. Daher ist die pulsierende Ausgangsspannung in der Praxis nicht um die Amplitude der Wechselspannung nach oben verschoben, sondern nur um eine kleineren Wert, wie die Versuche in Kapitel 2.2.3 zeigen. Einen Kaskadengleichrichter findet man z.B. in der elektrischen Zahnbürste (vgl. A. Reichert: Aus dem Innenleben einer elektrischen Zahnbürste). Kombiniert man mehrere Kaskadenstufen, so lässt sich die Ausgangsgleichspannung weiter erhöhen (s. Abb. 8). Gleichzeitig sinkt die Stromstärke, die maximal entnommen werden kann.
2.1.2 Wechselrichter Wechselrichter wandeln Gleichspannung in Wechselspannung um. Sie enthalten meist einen Polwechsler, der die Pole der eingespeisten Gleichspannung im Takte der gewünschten Wechselspannung wechselseitig mit den Ausgängen verbindet. In einer Halbwelle wird der Ausgang A1 mit dem Minuspol der Gleichspannungsquelle verbunden, in der zweiten Halbwelle der zweite Ausgang A2. Gleichzeitig wechselt auch der Pluspol der Gleichspannungsquelle vom Ausgang A2 zum Ausgang A1. (s. Abb.1). Die dabei eingesetzten Techniken sind sehr unterschiedlich. Sie sollen im Folgenden behandelt werden. Im einfachsten Falle verwendet man einen Wechselschalter. Abb.2 zeigt einen Schaltungsaufbau, wie er früher häufig verwendet wurde.
Man spricht von einem mechanischen Zerhacker. Der Wechselschalter kann dabei mechanisch über einen Motor angetrieben werden oder über eine elektrische Steuerspannung, wenn es sich um ein Relais oder einen Reedkontakt handelt. Die beiden Kondensatoren an der Primärseite des Trafos definieren den Nullpunkt der Wechselspannung und sorgen damit für einen symmetrischen Verlauf der positiven und negativen Halbwelle der Ausgangsspannung. Sie filtern Gleichspannungsanteile aus der Ausgangsspannung heraus, damit sie nicht einer pulsierenden Gleichspannung, sondern einer echten Wechselspannung entspricht. Um die Größe der Ausgangsspannung den Bedürfnissen anzupassen, kann man an die Ausgänge einen Transformator anschließen. Er entkoppelt außerdem die Gleichstromquelle von der Ausgangswechselspannung. Die Primärspule besitzt einen Mittenabgriff, der mit der Mitte zwischen den beiden Kondensatoren, also mit dem Pluspol der Gleichstromquelle verbunden ist. Da mechanische Schalter störanfällig sind, werden sie heute fast immer durch Thyristoren ersetzt. Den Aufbau eines solchen Thyristorwechselrichters zeigt Abb.3. Die Thyristoren werden über einen Multivibrator abwechselnd durch einen positiven Spannungsimpuls am Gate gesteuert. Der Kondensator 2,2 μF löscht den jeweils gerade durchgeschalteten Thyristor durch einen negativen Spannungsimpuls an der Anode des Thyristors bzw. der Kathode der parallel liegenden Diode, wenn der andere durchschaltet. Die Diode leitet und der Strom durch den Thyristor wird für einen kurzen Moment unterbrochen und kann sich von selbst nicht wieder aufbauen. Erst ein positiver Impuls am Gate macht den Thyristor wieder leitend, wodurch der andere gelöscht wird.
Wesentlich effizienter arbeiten Schaltungen mit Transistoren (s. Abb.4). Man spricht von einem H-Brückenwechselrichter, da die Transistoren durch eine Steuerschaltung, z.B. einen Multivibrator über Kreuz eingeschaltet werden. In einer Halbwelle schalten die Transistoren T1 und T4 durch. Der linke Pol der Wechselspannung ist damit mit dem Pluspol, der rechte mit dem Minuspol verbunden. In der zweiten Halbwelle leiten die Transistoren T2 und T3. Der rechte Pol der Wechselspannung liegt damit am Pluspol, der linke am Minuspol. Da die Transistoren T1 und T2 bzw. T3 und T4 komplementär zueinander sind, schaltet ein positiver Steuerimpuls S1 T1 ein und T2 aus, ein negativer T1 aus und T2 ein. Gleiches gilt für die Transistoren T3 und T4 bezüglich des Steuerimpulses S2.
Über die Einschaltzeiten der Transistoren lässt sich jede beliebige Form der Ausgangswechselspannung einstellen. So kann man z.B. sinusförmige Wechselspannung durch Pulsweitenmodulation nach Abb.5 simulieren. Ein nach geschalteter Tiefpassfilter in Form einer Induktivität oder Kapazität glättet das aus kurzen Pulsen erzeugte Signal, so dass eine saubere Sinusspannung entsteht. H-Brückenwechselrichter werden in der HGÜ-Technik verwendet (vgl. A. Reichert Transformatoren).
Eine ganz andere Lösung für einen Wechselrichter zeigt Abb. 6.
Er besteht aus einem Colpittsoszillator, der von selbst sinusförmige Wechselspannung liefert. Auch andere Oszillatorschaltungen sind möglich, etwa der Hartley- oder der Meißneroszillator. Ein Polwechsler ist nicht nötig. Meist besitzt die Ausgangsspannung nur eine geringe Leistung. Daher werden Oszillatorschaltungen fast ausschließlich eingesetzt, wenn man Wechselspannungen für den Tonfrequenzbereich erzeugen will, etwa in Funktionsgeneratoren oder elektronischen Musikinstrumenten. Es handelt sich um eine Rückkopplungsschaltung. Ein Teil der erzeugten Wechselspannung wird vom Potentialpunkt zwischen den beiden Kondensatoren C1 und C2 auf den Emitter des Transistors geführt und hebt dessen Potential über den Widerstand R3 im Takte der Wechselspannung an oder senkt es ab. Der Transistor schaltet mehr oder weniger durch. Mit dem Poti P1 lässt sich die Stärke der Rückkopplung einstellen. Die pulsierende Gleichspannung regelt sich selbst auf eine bestimmte Amplitude ein. Die Oszillatorspule wird als Transformator ausgelegt. Damit lässt sich die Amplitude der Wechselspannung zusätzlich an den Verbraucher anpassen. Außerdem entsteht aus der pulsierenden Gleichspannung eine echte Wechselspannung. Die Widerstände R1 und R2 legen den Arbeitspunkt des Transistors fest. 2.2 Versuche 2.2.1 Einweggleichrichter
Versuch 1:
Durchführung:
Erklärung: U0 = Ueff*sqr(2) auf. Da nach dem Laden des Kondensators durch die Diode kein Strom mehr fließt, fällt an ihr auch keine Spannung mehr ab. Ohne Kondensator (rote Kurve in Abb.2) liegt am Widerstand die gleichgerichtete Wechselspannung abzüglich der an der Diode abfallenden Spannung UD an. Dabei folgt der Stromverlauf am Widerstand, also auch die Spannung am Oszillographen dem Spannungsverlauf der Gleichspannung. Es ergibt sich eine maximale Spannung U von U = U0 – UD Liegen beide Bauteile, Kondensator und Widerstand am Ausgang des Gleichrichters, so erhält man den blauen Kurvenverlauf. In einer Halbperiode lädt die Ausgangsspannung des Gleichrichters einerseits den Kondensator auf, andererseits treibt sie den Strom durch den Widerstand an. In der zweiten Halbperiode ist die Ausgangsspannung an der Diode null. Der Strom durch den Widerstand wird durch den Kondensator mehr oder weniger aufrecht erhalten. Wie weit dabei die Spannung am Kondensator absinkt, hängt von der Kapazität des Kondensators und der Größe des Widerstandes ab, wie in Versuch 2 gezeigt wird. Die pulsierende Gleichspannung am Ausgang des Gleichrichters ist also mehr oder weniger geglättet. Die Schwankung der Ausgangsspannung nennt man Welligkeit. Sie macht sich in Audiogeräten als 100Hz-Brummen bemerkbar. Um sie möglichst klein zu halten, sollte der Kondensator möglichst groß gewählt werden. Sie lässt sich dadurch aber nicht ganz unterdrücken, denn die Spannung am Kondensator sinkt in der spannungslosen Halbperiode stets um einen gewissen Wert ab. Nur Spannungsregler liefern an ihrem Ausgang vollkommen geglättete Gleichspannung. Versuch 2:
Folgerung: 2.2.2 Zweiweggleichrichter Versuch 1:
Durchführung:
Erklärung: U0 = Ueff*sqr(2)
Ohne Kondensator (rote Kurve in Abb.2) liegt am Widerstand die gleichgerichtete Wechselspannung abzüglich der an den beiden Dioden abfallenden Spannung 2*UD an. Dabei folgt der Stromverlauf am Widerstand, also auch die Spannung am Oszillographen dem Spannungsverlauf der Gleichspannung. Es ergibt sich eine maximale Spannung U von U = U0 – 2*UD
Liegen beide Bauteile, Kondensator und Widerstand am Ausgang des Gleichrichters, so erhält man den blauen Kurvenverlauf. In jeder Halbwelle lädt sich der Kondensator neu auf, so bald die Ausgangsspannung des Gleichrichters die am Kondensator noch anliegende Spannung übersteigt. Außerdem treibt die Ausgangsspannung des Gleichrichters einen Strom durch den Widerstand. Da die Ausgangsspannung aber schwankt, also regelmäßig wieder unter die Spannung am Kondensator fällt, versucht der Kondensator die Spannungslücken auf zu füllen. Er entlädt sich zum Teil, aber weit weniger als unter vergleichbaren Bedingungen bei einem Einweggleichrichter. Die entnehmbare Spannung ist im Schnitt höher als beim Einweggleichrichter (s. Versuch 2). Ein Kondensator gleicher Kapazität kann sie daher weit besser glätten. Die Welligkeit ist geringer. Sie lässt sich aber auch in diesem Falle nie ganz unterdrücken, denn die Spannung am Kondensator sinkt in der spannungslosen Zeiten des Gleichrichterausgangs stets um einen gewissen Wert ab. Versuch 2:
Folgerung: 2.2.3 Kaskadengleichrichter
Versuch 1:
Durchführung:
Erklärung: U0 = 2*Ueff*sqr(2)
auf. Ohne Kondensator C2 (rote Kurve in Abb.2) müsste am Widerstand die gleichgerichtete Wechselspannung abzüglich der an den beiden Dioden abfallenden Spannung 2*UD anliegen. Dabei folgt der Stromverlauf am Widerstand, also auch die Spannung am Oszillographen dem Spannungsverlauf der Gleichspannung. Es ergäbe sich eine maximale Spannung U von U = U0 – 2*UD
In Wirklichkeit ist die gemessene Spannung kleiner, nämlich nur 14,8 V. Der Kondensator C1 gibt seine Ladung nach den Gesetzen für die Reihenschaltung von Kondensatoren nicht vollständig an den Kondensator C2 weiter. Damit fällt an ihm eine kleine Restspannung ab. Liegen beide Bauteile, Kondensator und Widerstand am Ausgang des Gleichrichters, so erhält man den blauen Kurvenverlauf. Übersteigt die Ausgangsspannung des Gleichrichters die am Kondensator noch anliegende Spannung, so lädt er sich auf. Außerdem treibt die Ausgangsspannung des Gleichrichters dann einen Strom durch den Widerstand. Da die Ausgangsspannung aber schwankt, also regelmäßig wieder unter die Spannung am Kondensator fällt, versucht der Kondensator die Spannungslücken auf zu füllen. Er entlädt sich zum Teil. Die entnehmbare Spannung ist im Schnitt höher als beim Einweggleichrichter. Dafür weist sie eine hohe Welligkeit auf. Sie lässt sich aber auch in diesem Falle mit einem größeren Kondensator verringern, aber nie ganz unterdrücken, denn die Spannung am Kondensator sinkt in der spannungslosen Zeiten des Gleichrichterausgangs stets um einen gewissen Wert ab. Versuch 2:
C1 = 1000 μF, C2 = 100 μF
Folgerung: 2.2.4 Reedwechselrichter Abb.1 zeigt den genauen Schaltplan für einen mechanischen Zerhacker.
Der Wechselschalter ist als Reedkontakt mit einem Eingang E und zwei Ausgängen A1 und A2 ausgelegt. Die LED’s ersetzen den Trafo in der Prinzipschaltung in Abb.2 im Kapitel 2.1.2. Sie leuchten abwechselnd je nach Polung der Wechselspannung. Die Verschaltung auf einer Lochrasterplatine entnehmen Sie Abb.2. Die fertig verschaltete Platine schraubt man auf zwei kleine Holzleisten der Größe 1cmx1cmx4cm, die man auf den Boden einer Mon-Cherry-Dose klebt. Für die Zuleitung der Gleichspannung und die Ableitung der Wechselspannung befestigt man am Deckel eine rote Telefonbuchse für den Pluspol, eine schwarze für den Minuspol der Gleichspannung und zwei gelbe für die Pole der Wechselspannung. Die beiden LED’s werden mit Hilfe zweier Fassungen aus Kunststoff oder Chrom ebenfalls am Deckel befestigt. Sie dienen dazu, die Wechselspannung sichtbar zu machen. Den Reedschalter klebt man mit etwas Tesafilm auf die Innenseite des Deckels. Die Buchsen und die Ausgänge des Reedkontaktes werden über ein Stück Schaltlitze mit den entsprechenden Anschlüssen auf der Platine verbunden. Die LED’s lötet man nicht direkt auf die Platine, sondern steckt sie in die Fassungen und verbindet sie mit etwas Schaltlitze mit den Löchern auf der Platine, die in Abb. 2 den Anoden bzw. Kathoden der LED’s entsprechen. Zum Schluss stellt man mit einem Stück Schaltlitze eine Verbindung zwischen der schwarzen Buchse und dem Eingang des Reedschalters her. Den fertigen Reedwechselschalter zeigt Abb.3.
Versuch 1: Für den zweiten Versuch benötigt man zusätzlich eine Spule mit 100 Windungen, einem Durchmesser von ca. 5cm und einer Höhe von etwa 2cm (s. Abb.3). Man wickelt dazu auf eine leere Teflonrolle mit lackiertem Kupferdraht 100 Windungen. Die Rolle klebt man in eine kleine Plastikdose, in deren Deckel man Telefonbuchsen für die Kabelenden befestigt. Sie werden miteinander verlötet. Man kann auch noch weitere Abgriffe der Windungen, etwa nach 3, 10 und 50 Windungen einbauen. Die Spule eignet sich dann auch als KW/MW-Empfangsspule für die Versuche zum Radio.(vgl. A. Reichert: Radiosender/Radioempfänger) Versuch 2:
Erklärung: 2.2.5 Thyristorwechselrichter Abb.1 zeigt den konkreten Aufbau eines Thyristorwechselrichters. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem eigentlichen Wechselrichter im oberen Teil der Schaltung und einem Multivibrator. Die Verschaltung auf einer Lochrasterplatine zeigt Abb.2.
Die fertig verschaltete Platine schraubt man auf zwei kleine Holzleisten der Größe 1cmx1cmx4cm, die man auf den Boden einer Mon-Cherry-Dose klebt. Für die Zuleitung der Gleichspannung und die Ableitung der Wechselspannung befestigt man am Deckel eine rote Telefonbuchse für den Pluspol, eine schwarze für den Minuspol der Gleichspannung und zwei gelbe für die Pole der Wechselspannung. Die beiden LED’s werden mit Hilfe zweier Fassungen aus Kunststoff oder Chrom ebenfalls am Deckel befestigt. Sie dienen dazu, die Wechselspannung sichtbar zu machen. Die beiden Potis verschraubt man ebenfalls im Deckel der Dose. Dann verbindet man über Schaltlitze die Anschlüsse auf der Platine mit den entsprechenden Bauteilen am Deckel. Die fertige Schaltung zeigt Abb.3.
Versuch 1: Versuch 2:
2.2.6 H-Brückenwechselrichter
Er besteht wie der Thyristorwechselrichter aus zwei Teilen, dem eigentlichen Wechselrichter im oberen Teil der Schaltung und einem Multivibrator. Die Verschaltung auf einer Lochrasterplatine zeigt Abb.2.
Die fertig verschaltete Platine schraubt man auf zwei kleine Holzleisten der Größe 1cmx1cmx4cm, die man auf den Boden einer Mon-Cherry-Dose klebt. Für die Zuleitung der Gleichspannung und die Ableitung der Wechselspannung befestigt man am Deckel eine rote Telefonbuchse für den Pluspol, eine schwarze für den Minuspol der Gleichspannung und zwei gelbe für die Pole der Wechselspannung. Die beiden LED’s werden mit Hilfe zweier Fassungen aus Kunststoff oder Chrom ebenfalls am Deckel befestigt. Sie dienen dazu, die Wechselspannung sichtbar zu machen. Die beiden Potis verschraubt man ebenfalls im Deckel der Dose. Dann verbindet man über Schaltlitze die Anschlüsse auf der Platine mit den entsprechenden Bauteilen am Deckel. Die fertige Schaltung zeigt Abb.3.
Versuch 1:
Versuch 2:
Erklärung: 2.2.7 Colpittswechselrichter Abb.1 zeigt den konkreten Schaltplan eines Colpittsoszillators. Die Verschaltung auf einer Lochrasterplatine macht Abb.2 deutlich.
Die fertig verlötete Platine schraubt man auf zwei kleine Holzleisten der Größe 1cmx1cmx4cm, die man auf den Boden einer Mon-Cherry-Dose klebt. Für die Zuleitung der Gleichspannung befestigt man am Deckel eine schwarze Buchse für den Minuspol und eine rote für den Pluspol. Um die Ausgangswechselspannung entnehmen zu können, benötigt man außerdem zwei gelbe Buchsen, die man ebenfalls am Deckel verschraubt. Den Piezolautsprecher klebt man mit mehreren Streifen Tesafilm auf die Innenseite des Deckels. Vorher muss man an ihn zwei Litzen löten, eine auf den Rand und eine auf die Mitte. Dann verbindet man über Schaltlitze die Anschlüsse auf der Platine mit den entsprechenden Bauteilen am Deckel. Die fertige Schaltung zeigt Abb.3.
Versuch 1: Versuch 2:
Erklärung: 3. Anwendungen 3.1 Netzteil Elektronische Geräte wie Handys, MP3-Player, Radios, Walkman oder auch LED-Lichterketten benötigen kleine Gleichspannungen. Will man sie daher am Netz mit 230V-Wechselspannung betreiben, so braucht man ein Netzgerät. Bei geringer Anforderung an die Güte der Gleichspannung reicht ein Gerät nach Abb.1 aus.
Es besteht aus vier Baugruppen:
Diese vier Einheiten kann man in Abb.1 deutlich erkennen. Den genauen elektronischen Aufbau entnehmen Sie Abb.2.
Zunächst wird die Wechselspannung auf 3 – 12 V heruntertransformiert, dann mit vier Dioden gleichgerichtet und mit dem Kondensator geglättet. Dabei wechselt die Polung an den Eingängen des Gleichrichters wegen der Netzfrequenz von 50Hz in jeder Sekunde 100 mal. Liegt am linken Eingang plus und am rechten minus an, verdeutlich durch die roten Plus- und Minuszeichen, so leiten die beiden roten Dioden den Strom, bei umgekehrter Polung die grünen. So ist gewährleistet, dass der obere Ausgang des Netzgerätes stets der Pluspol und der untere der Minuspol ist. Mit dem Kondensator wird die so gewonnene pulsierende Gleichspannung geglättet. Den Verlauf der Ausgangsspannung bei Belastung habe ich im Artikel Transformator auf dieser Internetseite genauer untersucht (s. A. Reichert: Transformator). 3.2 Trickschaltung mit Dioden Mit ein paar Bauteilen lässt sich eine Trickschaltung aufbauen, die auch jeden Physiker auf den ersten Blick verblüfft. Abb.1 zeigt den Schaltungsaufbau.
Versuch: R = (6V-2V)/0,02A Zwei vietnamesische Schüler meines Physikleistungskurses haben mich vor Jahren mit einer Erweiterung der Schaltung sehr verwirrt. Sie wünschten mir mit viel sagender Miene viel Spaß mit dem kleinen Geschenk. Wie sich nach langem Ausprobieren und Überlegen herausstellte, hatten sie in einer 4,5V Taschenlampenbatterie eine Monozelle durch einen kleinen Wechselrichter ersetzt, so dass die Batterie am Ausgang Wechselspannung lieferte. Außerdem manipulierten sie zwei kleine Glühbirnchen und zwei Mikroschalter, in dem sie in alle vier Bauteile Dioden einlöteten. Schloss man diese Reihenschaltung aus zwei Schaltern und zwei Glühbirnchen an die Batterie an, so konnte man mit dem einen Schalter die eine Lampe und mit dem anderen Schalter die andere Lampe zum Leuchten bringen. Damit die Batterie beim Stehen durch die Elektronik nicht so schnell leer wurde, hatten sie außerdem einen Quecksilberschalter eingebaut, so dass die Batterie nur funktionierte, wenn sie auf der Seite lag. Das alles war so perfekt gemacht, dass man mit bloßem Auge von außen die Manipulationen nicht erkennen konnte. Dem Geheimnis kam ich erst auf die Schliche, als ich die vermeintlich normale Batterie an einen Oszillographen anschloss. Ich möchte nicht wissen, wie viele Stunden die Schüler für diese Trickschaltung gebraucht haben. Leider wurde die Schaltung durch Unwissenheit eines Kollegen zerstört. Er verwechselte sie mit einer normalen Batterie, nachdem ich sie nach einer Demonstration in der Sammlung vergessen hatte. 3.3 Autowechselrichter
Abb.1 zeigt einen kleinen Wechselrichter der Firma Voltcraft (Bezugsquelle Conrad-Electronic), wie er für Autos verwendet wird. Er wird an die Steckdose des Zigarettenanzünders angeschlossen und liefert an seinem Ausgang eine Wechselspannung von 50 Hz bei einer Dauerleistung von 100W und einer kurzzeitigen Spitzenleistung von 200W. Um die Form der Spannung mit der Sinusspannung des Netzes vergleichen zu können, führt man folgenden Versuch durch. Versuch:
Durchführung:
Auswertung: Rges = 230V/0,177A Aus den Kurven liest man für den Maximalwert der Spannung am Widerstand R bei Netzspannung URN und bei der Spannung des Wechselrichters URW ab: URN = 2,5V URW = 2,1V. Für die Maximalwerte der Gesamtspannungen UN und UW erhält man damit UN = Rges*URN/R
UW = Rges*URW/R
Bei Sinusspannung gilt zwischen dem Effektivwert Ueff und der Amplitude U0 der Spannung folgender Zusammenhang: Ueff = U0/sqr(2)
Für die Ausgangsspannung des Wechselrichters kann man den Effektivwert wie folgt errechnen: Ueff = sqr(U02*t/T) wobei t die Zeit ist, in der die Spannung während einer Periode einen bestimmten Wert hat und T der Periodendauer entspricht. Für die Periodendauer der Wechselspannung gilt: T = 1/f Aus der Kurve nach Abb.3 liest man ab, dass die Ausgangsspannung des Wechselrichters während einer Periode t = 14,2 ms der Zeit maximal und den Rest der Periode null ist. Damit erhält man für den Effektivwert: Ueff = sqr((273V)2*14,2ms/20ms)
Der Wechselrichter hat noch eine Besonderheit. Er liefert an einem USB-Ausgang zusätzlich eine geglättete Gleichspannung von 5 V bei einem Strom von 500 mA für elektronische Geräte oder zum Laden von Handys. Die restlichen technischen Daten entnehmen Sie der folgenden Tabelle.
Beim Betrieb muss man beachten, dass die Batterie stark belastet wird. Eine typische Autobatterie besitzt eine Ladungskapazität von Q = 45 Ah. Bei einer Leistung des Wechselrichters von P = 100 W ergibt sich eine Stromaufnahme auf der Gleichspannungsseite von I0 = 100W/12V bei einer Leistungseffizienz von 100%. Berücksichtigt man den in der Tabelle angegebenen Wirkungsgrad von 90%, so erhält man für den tatsächlichen Strom I = 8,33A/0,9 Damit wäre die Batterie nach t = 45 Ah/9,26A komplett leer. Nach Möglichkeit sollte man den Wechselrichter mit eingeschaltetem Motor, also bei laufender Lichtmaschine benutzen. Dabei darf er jedoch während des Startvorgangs nicht angeschlossen sein, da die Stromversorgung des Zigarettenanzünders während des Startens unterbrochen wird und beim Wiedereinschalten hohe Spannungsspitzen auftreten können, die das Gerät zerstören könnten. Außerdem sollte man den Standby-Stromverbrauch beachten. Auch er kann die Batterie entladen, und das immerhin nach t = 45Ah/0,25A Steht das Auto also etwas mehr als eine Woche, ohne es zu benutzen, so ist die Batterie durch den angeschlossenen Wechselrichter auch ohne Verbraucher bereits leer. Ähnliche Wechselrichter werden in der Solartechnik eingesetzt, allerdings meist mit höherer Leistung und einer besser angepassten Sinusspannung. 4. Literatur 1) Bedienungsanleitung Wechselrichter PI 100-12 USB, Hrsgb.: Voltcraft, Lindenweg 15, D-92242 Hirschau
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